Fachstelle für pflegende Angehörige
 Fachstelle für pflegende Angehörige                                                                                                                                                                                             

 

 

Engagement 

 

 

Marie, 55, Bankkauffrau aus Ingolstadt, denkt gerne an die letzten Jahre mit ihrer Mutter. Die Machtkämpfe, die sie immer trennten, waren vorbei, denn beide konnten plötzlich loslassen: Marie von ihrem Frust darüber, es der Mutter niemals recht zu machen, und die Mutter von ihrer Härte, Strenge. Beide konnten plötzlich zusammen Handarbeiten machen, ohne sich in Streit zu verstricken. Etwas hatte ihnen zu dieser neuen Nähe verholfen: Eine Krankheit, sie heißt Alzheimer, Maries Mutter hatte sie.

Das Leiden machte sie hilflos wie ein Kind. Und ihre Tochter reagierte darauf so, dass aus dem Chaos eine Chance wurde.

Marie suchte Hilfe bei der Ingolstädter Alzheimer Gesellschaft, die Menschen mit Demenz und ihre Familien unterstützt. Und es sind Geschichten wie ihre, die

Anke Manthey ( im Bild mit einer selbstgebastelten Nesteldecke) in ihrem Tun bestätigen.

Seit 2009 engagiert sie sich für die Alzheimer Gesellschaft, acht Jahre als Vorsitzende, seit drei Jahren als stellvertretende Vorsitzende des Vereins.

 

"Dafür bin ich sehr dankbar" sagt Anke Manthey, "bundesweit haben wir einen Anteil von 1,6 Millionen Mensche mit Demenz, da kann man nicht

so tun, als gebe es das nicht" Die studierte Gesundheitspädagogin wurde eines Tages im beruflichen Umfeld auf das Thema aufmerksam. Und

zwar so, dass sie nicht mehr davon lassen konnte."Viele Menschen", sagt Manthey, "die mit Demenz zu tun haben, geraten in große Not, weil sie nicht ausgreichend begleitet werden."

 

Am wichtigsten sind die Familienangehörigen. "Sie müssen verstehen, dass Demenzkranke sich nicht auf unsere Welt einlassen können", unterstreicht Manthey. "Dann müssen sie die Kranken lenken -  sanft, kreativ, mit liebevollem Tempo".

 

Wie das geht, lernen sie bei der Alzheimer Gesellschaft. Das liegt auch am Herzblut der ehrenamtlich und hauptamtlich Tätigen.

"Es ist die Hoffnung in den Augen der Angehörigen", sagt Manthey, "die mich nicht mit dieser Aufgabe aufhören lässt, solange ich ihr nachgehen kann."

So viel wie früher geht gerade nicht wegen Corona. Das monatliche Tanzcafé muss pausieren, Schulungen für Angehörige laufen in Hybrid-Kursen. Doch Manthey reißt weiter andere mit.

 

Der Einsatz lohnt: Für die Kranken, für die Gesellschaft, für Menschen wie Marie. Ihre demenzkranke Mutter ist inzwischen verstorben - doch die Erinnerung, die schöne, die lebt weiter.

 

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